Heute gab es wieder eine „echte“ Wanderung. Los gings in Kosmadei, dem höchstgelegensten Ort der Insel. Der kleine Pfad zur Metamorfosis Sotieros Kapelle ist zwar anfänglich etwas zugewachsen, aber bald gut begehbar – die Kapelle ist zu dieser Jahreszeit leider von Ziegenhirten und ihren Tieren inkl. Unfreundlicher Hunde vereinnahmt. Trotzdem liegt sie schön und ist für uns ein fester Bestandteil dieser Wanderung. Oben stolpert man Recht bald über die neuen Wegmarkierungen 11 und 14 des Psimenos Wegesystems. Leider verhällt es sich dort wie anders Ort auf der Insel auch, dass der Wanderkollege zwar hohe Ansprüche in seinem Buch formulierte, diese in der Realität nicht umgesetzt wurden bzw. werden. Den kleinen Pfad von hier zum Pass hinunter nach Marathokampos und Kampos wurde zuerst vom alten Sunflower Reiseführer veröffentlicht. An dessen Zustand hat sich auch durch die sporadisch angebrachten neuen Markierungen nichts geändert – evtl. ist der Einstieg etwas leichter zu finden, aber die Markierungen haben keinen echten Mehrwert zu den alten roten Punkten. – auch liegen immer noch Bäume queer, die schon vor 10 Jahren ein Hindernis waren.
Oben am Pass mit dem Bürgerkriegsdekmal – sieht man durch die parkenden Autos auch wieder, dass der moderne Ziegenhirte lieber Auto fährt als wandert.
Der weiter Weg geht für uns aber nicht zur Südküste, sondern auf der Schotterpiste wieder nach Norden – erstmal zu idyllisch gelegenen Ag. Ioannis Katsikas Kapelle zur Mittagsrast und dann weiter zum verlassenen Kloster Zoodochus Pigi – mit der dahinter Recht abenteuerlich erreichbaren Höhlenkapelle „Zum schlechten Durchgang“ – wenn man dort ist sieht man, was der Name bedeutet.
Das große Waldbrandgebiet aus dem Jahr 2010 beginnt sich auch hier oben jetzt doch langsam zu erholen. Er gibt schon wieder größere Flächen mit kleinen Kiefern und auf einigen Stellen befestigen die Farne den (auch durch die Ziegen) sehr gestressten Boden. Gestern konnte ich ja schon oberhalb von Kampos sehen, dass dort vom großen Waldbrand vor 16 Jahren fast nichts mehr zu sehen ist. Soweit ist es hier noch nicht – und viele Stellen werden auch aufgrund der Erosion für immer waldfrei bleiben – aber immerhin.
Nach der großen Rast am Kloster sind wir dann der „neuen“ Markierung „11“ nach Kosmadei gefolgt – wir hätten das nicht tun sollen, den aufgrund des schlechten Wegzustands haben wir gerade mal 1-2 km pro Stunde geschafft.
Ich wollte mich nicht schon wieder am Psimenos Wanderbuch abarbeiten, aber das war echt „unter aller Kanone“ – abgestürzte Pfade, durch Stachelefeu und Brombeeren fast unpassierbare Passagen – fehlende Markierungen an unklaren Stellen usw.. Das braucht man am Ende eines schönen Wandertags ganz bestimmt nicht. Wir sind aber irgendwann angekommen und das ist die Hauptsache.